…wenn wir durch die City düsen!“ Und das ist auch das, was wir auf Bali die meiste Zeit gemacht haben. Mal abgesehen davon, dass man kaum von „City“ reden konnte. Es war eher abwechselnd: Natur-Dorf-Natur-Dorf, für mich also gleichzusetzen mit dem Paradies auf Erden. Ich hätte den ganzen Tag hinten auf dem Roller sitzen können um diese Bilder mental aufzunehmen. (Nicht nur mental actually…bis ich von einem alten Ami aufgefordert wurde sofort meine Kamera wegzupacken, da es anscheinend mehr als nur vereinzelt vorkäme, dass Balinesen einem schnell mal die Tasche bzw. eine teure Canon abnehmen. Egal, ob man gerade auf einem fahrenden Moped sitzt. Egal, ob es bedeutet, dass man dabei vom Gefährt gerissen wird.)

IMG_1221.JPG

Dieses und die folgenden Bilder sind  alle zu Beginn im Süden Balis entstanden.

IMG_1191.JPG

Schon der erste Spot, den wir beim Rumcruisen hinter einem Waldstück entdeckt haben, hat mich total geflashed: perfekter Blick auf den Melasti Beach.

IMG_1194.JPG

IMG_1235.JPG

IMG_1417

Schon unsere erste Unterkunft war Idylle Pur. Es war nicht nur ein wunderschönes Anwesen mit gepflegtem Garten, Terrasse und Gebetshaus, sondern gleichzeitig das Zuhause einer balinesischen Familie und wenn meine Reisegruppe (6 gap-year Menschen bzw. ich-muss-was-von-der-Welt-gesehen-haben-bevor-das-Leben-hart-wird-Mentalisten) sich in einer Sache einig war, dann darin, dass diese Menschen zu den liebsten, offensten und zuvorkommendsten Menschen zählen, die wir je getroffen haben.  Da es nur zwei Zimmer mit jeweils vier Betten gab, konnten wir die Zeit dort in „Sechssamkeit“ genießen und es hat sich eher so angefühlt, als wäre man bei einer Gastfamilie als in einem Hostel. Morgens hat die Familie uns Frühstück vorbereitet, wobei ich den Übershit „Tempeh“ kennengelernt habe: fermentierte Sojabohnen. (Es schmeckt besser als es klingt, glaubt mir Guys: ich hätte mich in das Zeug reinlegen können…) (Hier der Link zur Unterkunft: Home-bience Hostel)

IMG_1320.JPG

IMG_1326.JPG

Als wir uns dann zur Weiterreise in den Norden, nach Ubud, entschieden haben, hat sich der Sohn, der auch die Zimmervergabe verwaltet, angeboten mit uns einen Tagesausflug zu machen und uns dann in Ubud abzusetzen. Er hat uns die berühmten Reisterassen gezeigt, ist mit uns unter Wasserfällen baden gegangen und versuchte, uns Local Food in einem seiner Lieblingslokale schmackhaft zu machen. Mit Erfolg: Ich hab reingehauen, obwohl mich die Schärfe fast umgehauen hätte und obwohl wir uns alle einig waren, dass so ein Laden aufgrund der Hygienebedingungen in Deutschland nicht bankrott gegangen wäre, weil er gar nie erst hätte eröffnen dürfen…Und am nächsten Tag hatte ich Magen-Darm des Grauens. Yuppie! (Obwohl ich zugeben muss, dass ich seeehr zum jammern neige und andere in meiner Lage vermutlich nicht von Nahtod gesprochen hätten…)

IMG_1359.JPG

IMG_1483.JPG

IMG_1457.JPG

Das Künstler-Dörfchen Ubud war dann schon etwas touristischer. Die Preise neigten sich mehr in die Höhe und Backpacker traf man auch zur Genüge…Vegane Restaurants und Hipster-Cafes haben gezeigt, dass man sich hier bereits wieder in moderneren Gefielden befand. Obwohl mir das natürliche, bescheidene Leben der Balinesen im Süden sehr zugesprochen hatte, fühlte ich mich auch hier pudelwohl. (Ich mein, auch wenn ich asiatisches Street Food mag…mein Herz geht bei Hipster-Cafes trotzdem auf.) Es wird jedoch niemand wundern, für was mein Herz dann letztlich wirklich schneller schlug: ein veganes Hippie- Café/Bistro/Restaurant/Whatever namens Sayuri, in dem man auf Bambusmatten, mit Kissen ausgestattet, gemütlich auf dem Boden an Mini-Tischchen Platz fand und mit Holzbesteck ausgefallene Smoothie-Bowls löffelnd, den relaxten Hippie-Vibe genießen konnte. (Wie ihr wahrscheinlich schon gemerkt habt, war der Fakt, dass es vegan war, zweitrangig.)

Wir hatten das Glück, ein Mädel in unserer Gruppe zu haben, die immer die besten und günstigsten Unterkünfte gefunden hat. Heißt, wir endeten in einem superschönen Hotel mit Free Breakfast, in dem ein Doppelzimmer pro Person sieben Euro gekostet hat. Ich konnte es kaum fassen. (Link zur Unterkunft: Bubu Inn)

IMG_1501.JPG

Ich hab die Gemälde in der Unterkunft so gefeiert, dass ich der Besitzerin am Ende kurzerhand eins von der Wand gekauft habe. Es hat nun eine laaange Reise hinter sich…

Gleich am ersten Tag haben wir im Hotel die Trekking Tour auf den Mount Batur für den nächsten Morgen gebucht. Und was ich mit Morgen meine ist 2 Uhr nachts…Also hieß es um 1:30 Uhr raus aus den Federn, kurz überlegen was anziehen, sich für kurze Hose und Shirt entscheiden: Bali ist ja immer warm (…) und auf ging’s. Wir wurden pünktlich von einem Taxifahrer abgeholt, der unserer Meinung nach einen sehr fragwürdigen Fahrstil hatte. (Leicht untertrieben: Wir hatten ab und an Todesangst während wir darüber rätselten, ob der Typ überhaupt einen Führerschein gemacht haben konnte. Als dann auch noch die Scheibe beschlug und wir absolut nichts mehr sahen, weil unser lieber Herr Taxifahrer keine Ahnung hatte, wie er dieses Problem lösen könnte, waren wir dann schon leicht fertig mit den Nerven.) Aber Hauptsache, um 2:30 Uhr nachts erstmal Frühstück! Nach unserer Bananenpfannkuchen-Stärkung wurden wir dann an den Spot gefahren, wo alle Touren begannen. Dort wartete schon unser Guide: ein höchstens 14-jähriger Junge, der sich als 18 ausgab und uns gut gelaunt Taschenlampen aushändigte, bevor er sich dann mit uns an den Aufstieg machte.

Jaja…der Aufstieg. Ich hatte ja eher so an Wandern gedacht, mit geraden Schotterwegen, die sich so um den Berg herum nach oben schlängeln. Die Realität sah anders aus: Eine einzige Schlange (Touri-Touri-Touri-Touri-Guide-Touri-Touri-Touri-Touri-Guide…etc), die sich -klar, nicht senkrecht- aber doch zu einem sehr starken Grad nach oben bewegte. Auf Deutsch: Es war so steil, dass wir nicht mehr von Wandern reden, sondern von Klettern. Dabei hatte man immer schön den Hintern vom Vordermann im Gesicht. Da ich nicht behaupten kann, mit Ausdauer beschenkt worden zu sein (und generell sportlichem Talent in jeglicher Hinsicht), war ich letztlich auch diejenige, die am meisten und lautesten geschnauft hat. Oben angekommen folgte auf Erleichterung schnell Ernüchterung: Wir fingen alle an unglaublich zu frieren und verfluchten uns selbst, nicht daran gedacht zu haben, dass es auf einem verfluchten Vulkan um fast 6 Uhr morgens schon mal kalt sein kann…Also saßen wir bibbernd und zitternd auf Bänken, aßen Bananen, (versuchten uns an den gekochten Eiern aufzuwärmen, die eigentlich auch zum Essen gedacht waren) und schauten beeindruckt auf den größten Vulkan Balis ‚Agung‘ und auf das wunderschöne Farbspiel des Himmels, das sich im See Bratan widerspiegelte. Abgespeichert als eine der schönsten Erinnerungen meiner Reisen.

IMG_1546.JPG

IMG_1584.JPG

IMG_1611.JPG

IMG_1661.JPG

Unser drittes und letztes Ziel auf Bali war …sehr interessant. Mein Freund hatte über AirBnb  für uns vier, die von der Gruppe noch übrig geblieben sind, eine ‚Villa‘ mit drei Schlafzimmern gebucht. Die Anführungszeichen sind dabei mehr als berechtigt. Es war eigentlich einfach ein Haus, das total vernachlässigt worden und daher von Schimmel stark angefallen war. Der Geruch hing noch Wochen danach in den Klamotten…Besonders schade daran war, dass das Haus eigentlich super gelegen war. Von der Dachterasse aus (mit Garten!) hatten wir einen superschönen Blick auf den Bratansee und den dazugehörigen Vulkan. Zudem lag unsere ‚Villa‘ mitten in einem muslimischen Bergdorf und da unsere Unterkunft die einzige war, die dort vermietet wurde, waren wir auch die einzigen Touris. Ich hätte Stunden damit verbringen können, alle Seiten des einfachen Dorflebens auf meinen Bildern festzuhalten. Super spannend!

Da sich allerdings keiner von uns in dem Haus wirklich wohl fühlte und wir fast durchgehend Weltuntergangs-Wetter hatten, entschlossen wir uns nur eine Nacht zu bleiben.

IMG_1712.JPG

IMG_1715.JPG

IMG_1736.JPG

IMG_1748.JPG

IMG_1824

Hier hat es uns mit den Rollern zufällig hinverschlagen: auf die Felder der balinesischen Landwirtschaft.

IMG_1804.JPG

IMG_1799.JPG

Ich war leider nur eine volle Woche auf Bali, das heißt, man kann natürlich nur von einem Eindruck reden, den ich von der Insel erhalten habe. Doch dieser Eindruck hat mir vollkommen gereicht um sagen zu können, dass ich zu hundert Prozent wiederkommen werde, um auch noch die restlichen indonesischen Inseln erkunden zu können 😉 Ich hoffe, ich konnte euch das Land ein bisschen schmackhaft machen und denjenigen, die das Flugticket schon bereithalten, ein paar Tips geben.

Macht’s gut und haut rein, Leute.

Eure Christophenopelis

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s