Denk an die Kin-dadadah-dadadah!

Falls ihr nun denkt, ich wäre ein alter Knacker, der einen auf Gangsterrapper macht um auf coole Weise der Menschheit eine Message zu übermitteln-MÖÖP. Falsch gedacht. Oder falls ihr den Kopf schüttelt über die Tatsache, dass hier jemand ernsthaft Alligatoah zitiert-Gut! Ihr könnt euch nun auf die Schulter klopfen und stolz sein, dass ihr euch in der angesagten Musik-Szene auskennt. Oder (letzte Variante) wenn ihr überhaupt nicht die leiseste Ahnung habt, was das Gebrabbel da oben überhaupt heißen soll- tja, dann kennt ihr Alligatoah nicht und seid offiziell uncool. Aber ich verrate es euch trotzdem. Der Song heißt Denk an die Kinder und obwohl ich weiß, dass der Sänger oberflächlich gesehen unglaublich viel Bullsh*** von sich gibt (witzigen Bullsh*** wohlgemerkt), verpackt er trotzdem in vielen seiner Lieder eine Message, die einen zum Nachdenken anregt und der ich letztlich meistens auch zustimme. Darauf werde ich jetzt aber nicht genauer eingehen, da mein eigentliches Thema nämlich null mit Alligatoah, dafür aber umso mehr mit Kindern zu tun hat. (Japp, mir ist mal wieder nichts Kreativeres eingefallen…) Hier trotzdem mal das Lied (für diejenigen, die dem Spinner noch eine Chance geben wollen).

Also, nun aber zum eigentlichen Thema: Kinder.

Keine Angst, das heißt jetzt nicht, dass ich mit euch über die mitleidserregende Zukunft von Kindern reden möchte (obwohl ich darüber auch stundenlang reden könnte…Es ist einfach zu traurig mit anzusehen wie Dinge aus der eigenen Kindheit langsam ausgelöscht werden. Whatsapp statt Playmobil/ Polly, Pokemon Go statt Fange/ Versteckverbrand, Make-up statt Faschingsschminke und das Sammeln von Markenklamotten statt Yu-Gi-Oh Karten…).

Über was ich eigentlich reden will ist mein Verhältnis zu Kindern. Besser gesagt: mein leicht gestörtes und angeknackstes  Verhältnis zu Kindern… Fragt mich nicht warum, aber ich konnte einfach noch nie mit ihnen. Für mich waren das schon immer entweder kleine Biester, die einen in den Wahnsinn treiben, oder einfach Wesen, die eine andere Sprache sprechen (sprich: Außerirdische). Die awkwardesten Situationen entstanden einfach immer dann, wenn ich gezwungen war mit Kindern zu reden. (Ähnlich hoher awkwardness-Grad: die berühmt-berüchtigten Unterrichtsmomente, wenn man schon seit Wochen keinen Plan mehr hat, welches überhaupt das aktuelle Überthema ist- bei mir dauerhaft in Geschichte und Physik- und dann aufgerufen wird. Dieses Trauma aus Gestottere und rot anlaufen wird mich vermutlich mein Leben lang verfolgen.) Auf jeden Fall sind mir einfach nie Themen eingefallen, über die man mit den kleinen Knirpsen reden könnte…Sprich: Ich war jedesmal total überfordert…

Achtung, (wer hätte es gedacht) es folgt eine Wendung im Handlungsstrang: Als ich vor drei Wochen meinen Bundesfreiwilligendienst anfing, wurde ich direkt ins kalte Wasser geschmissen und durfte bereits am ersten Tag sowie an allen folgenden Tagen bei Koch-Workshops für Kinder mithelfen. Wenn ihr euch jetzt fragt, wo man sowas macht: im Ernährungszentrum macht man sowas. Und ernsthaft, schon nach dem zweiten/dritten Tag habe ich gemerkt, wie ich im Umgang mit den Gnomen lockerer wurde! Natürlich gab es trotzdem immer wieder Kids, die mich super genervt haben und Gesprächsthemen hatten, zu denen ich nichts beitragen konnte, aber ein Tag war ein wirkliches Erfolgserlebnis. Mir ist nämlich am Ende dieses Tages bewusst geworden, dass ich mit den Kiddies gerade Spaß hatte und sie mochte. Es war die Sorte von Kindern, die alles wissen wollen und die seltsamsten Fragen stellen. Und das finde ich sowas von süß! Ein Mädel ging von der Frage Haben die Menschen damals mit den Dinosauriern zusammen gelebt? direkt über zu Was ist, wenn eine Frau Krebs hat und ein Baby im Bauch hat, stirbt das dann auch?. Und ich dachte innerlich nur: Whaaaat the hack….? Auf den ersten Blick scheint es natürlich total seltsam und das ist es wahrscheinlich auch, aber genau das ist es, was ich an Kindern so mag. Sie schämen sich nicht, einfach zu fragen, wenn sie etwas wissen wollen. Da gibt es kein Schamgefühl von wegen: Oh man, das würde ich jetzt eigentlich echt gern wissen…aber vielleicht gilt das als Allgemeinwissen und ich werde als Dummchen abgestempelt…? (Ich rede hier überhaupt nicht von meinen inneren Konflikten, nein…) Zudem entstehen durch dieses Interesse und diese Flut an Fragen wirklich interessante Themen, die ich mir sonst aus den Haaren herbeiziehen hätte müssen. Das heißt, mit dieser Methode helfen sie auch mir unbewusst, lockerer zu werden!

Dazu muss ich aber auch sagen, dass das Ernährungszentrum mich generell selbstsicherer macht. Das spüre ich mehr und mehr und es erleichtert mich. Als schüchternes, introvertiertes Mauerblümchen hat man es nämlich nicht allzu leicht im Leben…Dennoch habe ich auch seeeehr viel zum meckern und da ich diesen Frust auch irgendwann mal loswerden muss, kann ich euch jetzt schon mitteilen, dass mein nächster Beitrag von meinem Praktikanten-ähnlichen Arbeitsleben handeln wird und wie es mich verändert hat.

Zum Abschluss will ich also nochmal sagen: Falls jemand von Euch sich schon Gedanken darüber gemacht hat, keine Kinder zu wollen: macht es nicht abhängig von eurem vielleicht unbeholfenem Umgang mit den Kiddies. Erstens versteht man sich wie bei Gleichaltrigen mit manchen besser und mit manchen schlechter- und so ist es hier auch. Außerdem sind eigene Kinder nochmal eine ganz andere Schiene! Da hat man das Erziehungszepter noch selbst in der Hand und man muss nicht das ausbaden, was andere Eltern nicht auf die Reihe bekommen haben.

Lasst euch nicht unterkriegen,

eure Christophenopelis

So, den Song der Woche habt ihr ja zu Beginn des Beitrags bereits bekommen.

Mein Buch des Monats ist von Guillaume Musso und heißt Nachricht von dir- keine Angst: keine Liebesschnulze sondern ein interessanter und hochspannender Krimi, der einen lange im Dunkeln tappen lässt, aber sich trotzdem nicht zieht. Man will ständig weiterlesen und das macht für mich ein gutes Buch auch aus. Interessant ist es, weil man die ganze Zeit denkt: Oh nein, das driftet sicher noch in die Fantasy Schiene um…Einfach, weil Dinge geschehen, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben und keine rationale Erklärung bereithalten. Doch am Ende gibt es eine und das liebe ich noch mehr! Viel Spaß beim Schmökern.

 

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