Kein Einstieg heute. Meine heutige Nachricht braucht kein Drumherumgelaber, sondern soll mit Wucht einschlagen. Sowie meine Gefühle mich auch einmal jährlich mit Wucht überkommen, wenn mir wieder einmal bewusst wird: Ich liebe den Herbst! (Bääm! In your face.)

Ein bescheuerter Fakt kurz zu Beginn über meine Jahreszeitenvorliebe: Die meisten Kids haben sich immer besonders über den Sommer gefreut, weil man dann zum Beispiel wieder ins Freibad gegangen ist oder Eiscreme kiloweise verschlingen durfte (Achtung: Hyperbel! Übertreibt es nicht Kiddies.) oder weil man spielen konnte, wer es am längsten barfuß auf dem heißen Gullideckel aushält…(Ich verkehrte schon immer in seltsamen Kreisen.) und andere Kinder hatten den Winter am gernsten, da man endlich wieder in den Ski-Urlaub gefahren ist, sich Schneeballschlachten liefern konnte (dabei hatte ich stets gestreikt: für mich auch als Kind schon zu viel aktive Bewegungen in einem zu großen Zeitraum) oder weil man Apfelsaft über den schneebedeckten Boden schütten und daraufhin essen konnte (Japp, relativ ähnlicher Freundeskreis, jedoch ein paar Jahre zuvor.). Dahingegen war ich schon immer ein sehr einfallsreiches Kind, denn ich freute mich einfach immer auf die Jahreszeit am meisten, die als nächstes anstand. Das war eigentlich gar nicht mal so blöd, denn so freute man sich ja logischerweise immer. Nur halt nicht über die, die gerade war. (Sprich: Ich lebte nie im Jetzt! So viele vertane Jahre meines Lebens! ) Nein, Quatsch mit Soße, so extrem war es nie. Nur ca. ab der Hälfte der Jahreszeit wünschte ich mir dann halt langsam die nächste.

Über die Zeiten haben sich dann letztlich der Frühling und vorallem der Herbst zu meinen Lieblingsjahreszeiten heraus kristallisiert. Das liegt ganz einfach daran, dass dem Menschen hier der Übergang am meisten bewusst ist. Wenn nach dem kalten und tristen Winter plötzlich wieder die Blumen sprießen, die Vögel (diese Verräter, die einfach abhauen wenns ihnen nicht mehr passt) wieder in die Heimat zurückkehren und uns die Ohren vollzwitschern und man einfach auch den Frühling wieder riecht. Einfach auch wirklich eine wundervolle Jahreszeit.

Doch das gleiche gilt auch für den Herbst. So wie man im Winter irgendwann genug von der Kälte hat und wieder Wärme fordert, so wünscht man sich irgendwann im Sommer auch wieder die Hitze hinfort. Ich zumindest. Und hier nimmt man den Unterschied ebenfalls stärker war. Die Blätter werden bunter, die Temperatur kühlt erst angenehm ab und alle coolen Hipster fangen wieder an bei Starbucks Vanilla Chai Latte zu trinken. Aber zum Herbst gehört einfach noch so viel mehr dazu, dass ich liebe. Ich beginne nun einfach mal aufzulisten, was für mich den Herbst so liebenswert macht:

  1. Es sind keine extremen Temperaturen mehr „nach oben oder unten“ vorhanden, sondern es ist einfach angenehm.
  2. Morgens bleibt es länger dunkel. Ich mag es irgendwie, wenn es beim Verlassen des Hauses noch duster ist. Fragt mich nicht warum, meine Mom hasst es zum Beispiel und ich denke viele von euch auch. Es kann daran liegen, dass ich Nachtfahrten mag, sprich: mit schöner, beruhigender Musik durch die Dunkelheit zu fahren während alle Lichter in Streifen an einem vorbeiziehen. Das leitet mich auch schon zu Punkt 3:
  3. Gemütlichkeit. Allein die Vorstellung, dass ich mich jetzt wieder nach getaner Arbeit mit Tee zuhause einmummeln kann während sich die Welt draußen immer mehr von Grün in Orange-Rot verwandelt und man weiß, dass man selbst es gerade warm hat während es draußen kälter wird, ist super schön. Oder auch im Café sitzen (meinetwegen auch Starbucks), Caffee schlürfen und mit Freunden quatschen, ist im Herbst einfach nochmal viel schöner.
  4. Musik. Gehört eigentlich auch zu Gemütlichkeit, hat aber (weil es Musik ist- DUUH!) einen eigenen Punkt verdient. Ich zumindest lasse nun meistens die Charts vollkommen außer Acht (noch mehr als ich es sonst schon tue) und stelle mir wieder neue Mix-CDs fürs Auto zusammen. Die Lieder sind nun wieder ruhigere, wie ich sie eigentlich sowieso lieber mag, und meist zusammengewürfelt aus meinen Lieblingsbands oder einfach einzelne Lieder, die ich mag und die zur Stimmung passen. (Ich habe mir außerdem überlegt einen Song der Woche anzugeben- einfach aus Spaß an der Freude. Könnt ihr nachher am Ende des Beitrags sehen.) Okidoke! Nächster Grund:
  5. Draußen sein. In meinem Gehirn verankert sich jedes Jahr Ende des Sommers dieser Bilderbuch-Herbst, in dem man mit Gummistiefeln und gelber Regenjacke durch eine Allee läuft, mit leuchtenden roten und orangenen Blättern auf den Bäumen und dem Boden. Und da gibt es KEINEN braunen und eklig zermatschten Blätterbrei. (Tja, die Realität kommt meist anders.)
  6. Wie ich gerade auch schon ein bisschen drauf eingegangen bin: Mode. Ich muss sagen, ich habe schon einen eher alternativen Modegeschmack und was mir auch sehr wichtig ist: einen eigenen. Das ist auch (ohne jetzt ‚haten‘ zu wollen) der Grund, warum ich manchmal eine gaaanz leichte Abneigung gegen diese vierzehnjährigen Möchtegern-Models hege, die denken sie wären die coolsten und schönsten, wenn sie anziehen, was gerade jedes Hollistergirl (gegen Bezahlung wohlgemerkt) trägt und somit einfach mit der Masse gehen. („Seneca würde euch verachten!“, schreit die Latein-Abiturientin in mir.) Jedenfalls, um zum eigentlichen Punkt zurück zu kommen, liebe ich die Herbstmode. Lederstiefel, Lackstiefel, Rollkragenpullis, Ponchos- da geht mein Herz auf. Zudem muss man sich nun auch endlich keine Gedanken mehr über Speck und Kilos machen und darüber, ob man in der einen Shorts etwa schon Zellulite sieht oder nicht. (Paranoia, unter der sicherlich so gut wie jede Frau leidet.) Einfach ne Jeans, nen weiten Pulli drüber und weg sind solch unnötige Platzverschwender im Hirn. Desweiteren muss ich zugeben, dass mein Stil in den kälteren Zeiten auch ausgeprägter ist. Heißt, ich bin mir einfach sicherer, was ich mag und was nicht. Im Sommer (hab ich zumindest das Gefühl) gibt es nicht so viel verschiedene Auswahlmöglichkeiten, da sieht für mich das meiste irgendwie ähnlich aus.                                                                                                                img_3974img_3974img_3975Aber genug von Mode, kommen wir zum letzten Punkt.
  7. Essen! (Das Beste kommt zum Schluss) Wenn ich nur an Kürbissuppe denke…Und auch auf Backen hat man im Herbst noch mehr Lust als sonst. Alle mögliche Arten von Cookies, Brownies, etc. Ich denke, dass liegt daran, dass man in kälteren Zeit auch noch mehr nascht als sonst…(Ich zermartere mir gerade das Hirn über die Frage, ob bei mir eine Steigerung noch möglich ist.) Also ihr könnt vermutlich mit vielen Rezepten in den nächsten Monaten rechnen (Yuppie!…).
    Traditioneller 'Apple Pie'

    Traditioneller ‚Apple Pie‘ (ihr glaubt nicht wie ich mich verkünstelt habe und vorallem wie danach die Küche aussah…)

    IMG_3042

So, das war also meine Gefühlsexplosion für diese Woche. Schreibt mir, wenn ihr mir in einzelnen Punkten, vielleicht sogar in allen (das wär was!) zustimmt oder auch, wenn ihr denkt: Das Ganze ist von Anfang bis Ende gequirlter Bullshit. Let me know!

Zum Abschluss noch mein Lieblingssong der Woche: https://www.youtube.com/watch?v=izph1WByEDA . Super beruhigendes Lied, kommt bei mir immer wieder in Herbst/Winter neu auf und wird sowohl bei gemütlichen Tagen auf der Couch mit Tee als auch bei Autofahrten durch die Dunkelheit (auf dem Weg zur Arbeit/ auf dem Weg von der Arbeit nach Hause) rauf und runter gehört.

Und mein Buchtipp des Monats (so oft zum Lesen komm ich nun auch nicht…): „Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wieder zu finden.“ von Per J. Andersson. Für diejenigen unter euch, die sich für indische Kultur und Religion interessieren, ein Muss! Aber auch für diejenigen, die wie ich denken: „Die Esskultur reicht mir vollkommen.“ ist es interessant, weil es einfach super gut geschrieben UND weil es eine wahre Geschichte ist!

Love & Kiss,

Christophenopelis

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5 Gedanken zu “Mein Freund, der Herbst

  1. Nicht nur, dass du anschaulich und witzig schreibst..da ist auch Tiefgang drin.
    Du beschreibst dein Herbstgefühl so wunderbar, dass, obwohl ich den Herbst bereits liebe, ihn nun noch einmal mehr zu schätzen weiß – durch deine tollen Worte!!

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  2. Gerade habe ich schon einen Kommentar geschrieben, der vielleicht nicht angekommen ist.
    Daher nochmal eine kurze Zusammenfassung:
    ein ganz witzig und gekonnt geschriebener Blog insgesamt.
    Die Herbstgedanken sprechen mich besonders an!
    Sie sind so anschaulich in Worte und Bilder gefasst, dass ein schönes Herbstgefühl, das ich eh` schon hatte, nun noch vergrößert wird!!!

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